User Interface Sound Design Contest Submission

Use filters, EQs and other processors and effect plug-ins to filter and modulate white noise to achieve the sounds for the UI clip. Do not use any other audio sources such as recording new audio, library sounds, synthesizers or instrument plugins. – BoomLibrary Sound Design Contest Rules

Auf der Suche nach neuem Material zum Vertonen, bin ich auf einen Sound Design Contest der Firma BoomLibrary gestoßen, die qualitativ hochwertige Sample Libraries produziert und vertreibt. Zu dieser Zeit war die Deadline leider schon verstrichen, aber da ich die Vorgaben für das Sounddesign äußerst spannend fand, habe ich dennoch einen Versuch gewagt. Es galt, die Animation einer futuristischen Benutzeroberfläche zu vertonen – bis hierher eigentlich nichts außergewöhnliches, bis auf den Umstand, dass man als Quellen nur weißes Rauschen verwenden durfte.

Reflexionen über white noise: ein Geräusch, bei dem alle Frequenzen des hörbaren Spektrums jederzeit gleich laut stattfinden (zumindest theoretisch). Anders gesagt: ein Block tönenden Chaos. „Aber was heißt das nun?“ Im Idealfall hieße es, dass man durch Ausschluss einzelner Frequenzen Ordnung ins Chaos bringt und „echte“ Klänge isoliert.

Ähnlich wie ein Bildhauer, der aus einem Quader Stein eine Skulptur fertigt. Es sind schließlich alle Frequenzen vorhanden, man muss sie „nur“ in die richtige Formation bringen. Eine schöne Analogie, sie hinkt nur leider. Denn bei der Bildhauerei wandelt sich durch die Bearbeitung des Materials zwar dessen Form, nicht aber das Material selbst – schließlich fängt ein Bildhauer ja auch nicht mit Sandstein an und am Ende hat er Marmor.

Auf Rauschen übertragen, hieße es, ihm eine Hüllkurve „überzustülpen“ und eine Form wie aus einem Plätzchenteig „auszustechen“. Dadurch erhielte es zwar einen zeitlichen Lautstärkeverlauf, der tonale Charakter bliebe jedoch derselbe: Rauschen. Selbst wenn man Hüllkurven auf andere Parameter wie etwa Filter oder Pitch anwende, ließe sich das Problem der gleichzeitig stattfindenden zusammenhanglosen Frequenzen nicht gänzlich lösen – die Werkzeuge sind einfach zu stumpf. Um Frequenzen zu isolieren, die nicht mehr nach Rauschen klingen, braucht man keinen Hammer, sondern ein Elektronenrastermikroskop für Audio – einen Spektraleditor.

Aus einer Kombination aus Spektralbearbeitung, Filtern, EQs, Resampling, Granularsynthese und allem, was die Welt der Modulationseffekte und Automationen so hergibt, ist es mir gelungen, eine für diese engen Vorgaben kohärente Klangwelt zu schaffen.